Brandmalerei und die Bedeutung von Feuer

Brandmalerei ist im Kern das „Zeichnen mit Feuer“. Um zu verstehen warum gerade dieser essentielle Anteil so wichtig für die psychologischen Wirkweisen dieser Handwerkskunst ist, müssen wir den Ursprung von Feuer und dessen Bedeutung für den Menschen einmal näher betrachten.

Welcher geschichtlicher Hintergrund liegt Feuer zugrunde?

Wann die ersten Hinweise für den zweckmäßigen und kontrollierten Gebrauch von Feuer durch eine frühe Form des heutigen Menschen eingetreten ist, ist sehr umstritten. Der Vergleich verschiedener Quellen eröffnet eine Zeitspanne von vor 1,5 Millionen – vor 400.000 Jahren. Je nach Quelle wird diese Weiterentwicklung somit dem Homo erectus, anderen frühen Formen des Homo sapiens und dem Neandertaler zugesprochen. 

Doch selbst die Funde der jüngsten Nachweise belegen, dass der frühe Mensch bis zu diesem Zeitpunkt bereits einige Erfahrung mit dem Kontrollieren von Feuer gemacht haben musste, da nachgewiesen werden konnte, dass „er bereits gelernt hatte, dass verschiedene Materialien unterschiedlich gut brennen und dass das Feuer niemals ausgeht, wenn es ausreichend mit Brennbarem versorgt wird.“ 

Einige Wissenschaftler behaupten, dass erst die zweckmäßige Nutzung des Feuers dem affenähnlichen Menschen die Möglichkeit eröffnete, aus dem Schutz der Bäume hervorzutreten und sein Leben auf den gefährlicheren Lebensraum Boden zu verlagern. Dieser Veränderung wird zudem die Entstehung des aufrechten Gangs und schlussendlich die Ausbreitung des Menschen auf dem gesamten Planeten zugeschrieben.

„Die Beherrschung des Feuers gehört zu den höchsten kulturellen Leistungen des Menschen und hat sein Leben wie kaum eine andere Entdeckung verändert.“

Unter Berücksichtigung dieser geschichtlichen Aspekte wird schnell deutlich, dass der Mensch ohne die Entdeckung und dem Kontrollierbar machen des Feuers in seiner heutigen physischen und kognitiven Form nicht existieren würde und mit großer Wahrscheinlichkeit bereits vor vielen Jahrtausenden wieder ausgestorben wäre.

Feuer bedeutet Leben, bedeutet Veränderung, innen wie außen!

In seinen Ursprüngen wurde zur Umsetzung des Brandmalens Metallstifte erhitzt. 1880, als die Brandmalerei immer mehr in der Kunst Einzug hielt, wurden spezielle Brennapparate entwickelt, die mit Benzin oder Spiritus betrieben werden konnten. Wann elektrische Brandmalgeräte erfunden wurden und konkret zum Einsatz kamen, ist jedoch unklar.

Inzwischen unterschiedet man zwei Kategorien von Brandmalgeräten: 

  1. Brenngeräte/Brandmalkolben

Ein Brandmalkolben ähnelt einem Lötkolben, mit dem wesentlichen Unterschied, dass der Brennstift über einen kürzeren Schaft verfügt und vorzugsweise in der künstlerischen Verzierung verschiedener Werkstoffe Verwendung findet. Diese Geräte bestehen aus einem Brenngriffel (Handgerät) und einem fest verbauten Kabel, welches direkt an die Steckdose angeschlossen wird. Aufgrund der Einfachheit dieses Geräts ist seine Temperatur nicht regulierbar. Als mögliche Aufsätze, die für unterschiedliche Verzierungseffekte genutzt werden können, werden hierbei sogenannte Brennspitzen verwendet, die mithilfe eines Gewindes am oberen Ende des Brenngriffels zu befestigen sind.

  1. Brennstationen

Diese Geräte bestehen im Einzelnen aus einem Brenngriffel (Handgerät), einem fest verbauten Kabel, sowie einem Trafo bzw. Temperaturwächter, der für eine gleichbleibende Temperatur sorgt. Spannungsspitzen werden hierdurch ausgemerzt und das Gerät vor Überhitzung geschützt. Auch diese Geräte verfügen über variable Gestaltungs-Aufsätze, sogenannte Brennschleifen, die mithilfe zweier Rändelmuttern am Brenngriffel befestigt werden können. Teilweise eröffnen einige Brennstationen die zusätzliche Möglichkeit einer stufenlosen Temperatureinstellung, wodurch ein individuelleres Brandmal-Ergebnis erzielt werden kann.

 

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